Im vergangenen Teil meiner PowerPoint-Reloaded-Reihe ging ich auf die Entwicklung der Geschichte ein, die man in seine PowerPoint-Präsentation einweben sollte. Heute und in den nächsten Folgen steht das Design der Präsentation im Vordergrund.
Gerade die unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten, die das Microsoft-Programm PowerPoint oder auch das Programm Keynote für die Mac-User anbietet, lässt einen schnell, ja sicherlich zu schnell mit Effekten und Grafiken übertreiben, sodass das Wesentliche einer Folie verloren geht.
Außerdem verbinden viele mit schlicht und reduziert gestalteten Folien den Gedanken, dass das Layout zu einfach und simpel und damit schlecht ist. Doch gerade die Schlichtheit wirkt am besten, denn viele Menschen wünschen sich in einer immer komplexeren Welt Übersichtlichkeit und Klarheit. Und wenn Sie es dann schaffen, schwierige Zusammenhänge verständlich und schlicht zu präsentieren, dann haben Sie wenigstens etwas zur Vereinfachung des Alltags beigetragen (wenn auch nicht viel J).
Wie schon in einem früheren Beitrag erwähnt, beruht meine Artikelserie auf dem Buch von Garr Reynolds „Zen oder die Kunst der Präsentation“, in dem diese reduzierte und dennoch wirkungsvolle Art einer Präsentation ausführlich vorgestellt wird. Und Schlichtheit gehört zu den Kernelementen von Zen.
Der Begriff „Schlichtheit“ ist nicht einfach zu definieren. In diesem Zusammenhang sollten Sie darunter Klarheit, Raffinesse, Wesentlichkeit und Minimalismus verstehen, die einfache Lösung für ein komplexes Problem. Schlicht gestaltete PowerPoint-Folien sollten dem Betrachter schnell und mit einer unauffälligen Eleganz die Kernaussage vermitteln, ohne dass er lange überlegen muss.
Was bedeutet Schlichtheit für die Gestaltung der Folien?
- Verzichten Sie einmal auf unwesentliche Elemente, die zur Informationsvermittlung nichts beitragen, so z. B. auf ein Logo oder eine Fußzeile. Ich weiß, diese Elemente haben sich mittlerweile schon fest in die Köpfe vieler als unverzichtbar eingebrannt, aber was bringen sie wirklich?
- Verwenden Sie hochwertige Bilder und Fotografien, um Ihre Botschaft zu vermitteln. Meist reicht ein ausdruckstarkes Bild auf einer Folie schon aus, um seine Wirkung zu erzielen. Lassen Sie die Folie komplett von dem Bild bedecken.
- Achten Sie auch auf Leerraum. Oft versucht man den Leerraum, also freie Stellen auf der Folie, zu umgehen, weil es nach Platzverschwendung aussieht. Das ist es aber nicht. Leerraum strahlt Ruhe und Eleganz aus und hat seine eigene ästhetische Wirkung. Denken Sie an gute Designs und an japanische Gärten: Hier wird bewusst mit Leere und Schlichtheit gespielt. Im nächsten Artikel in dieser Serie zeige ich auch anhand von Beispielfolien, wie Sie überfrachtete, konventionell gestaltete Folien zu beeindruckenden Präsentationselementen ändern können.
- Garr Reynolds hat auf Slideshare Beispielfolien eingestellt, anhand derer Sie erkennen, was er mit seiner Zen-Präsentationsgestaltung meint. Ich binde zur Veranschaulichung diese Folien in meinen Beitrag ein. Einige stammen auch aus seinem Buch, das ich schon weiter oben in dem Artikel erwähnt habe. Bei meinen demnächst folgenden Beispielfolien werde ich auf diese zurückgreifen, ich will dann zusätzlich die Änderungen beschreiben, die von der Vorher- zur Nachherfolie gemacht wurden.
- Achten Sie aber auch bei aller Schlichtheit darauf, dass Sie mit Ihrer Reduzierung aufs Wesentliche die Botschaft der Folie nicht löschen und letztendlich das Resultat zu schlicht ist. Den passenden Mittelweg zu finden, wird nicht ganz einfach sein, aber je mehr Sie sich mit dieser Designeinstellung beschäftigen, desto routinierter werden Sie in dieser Hinsicht werden.
In meinem nächsten Beitrag zu PowerPoint Reloaded stehen dann das Präsentationsdesign, Grundregeln und Techniken im Mittelpunkt.

