Die großen Unternehmen wie beispielsweise Adidas, Coca-Cola, TUI – um nur drei von vielen zu nennen – machen es schon längere Zeit vor und präsentieren sich auch mit einer professionell gestalteten Facebook-Seite in diesem sozialen Netzwerk.
Gerade Facebook wird von den großen Konzernen als Kanal für die Kundenkommunikation mit der jungen Zielgruppe eingesetzt. Doch kleine und mittlere Unternehmen zögern teilweise immer noch, was ihren Einsatz und ihre Präsenz auf Facebook angeht. Wohl auch zu Recht.
Ohne Mehrwert für den Kunden ist ein Auftritt bei Facebook sinnlos
Denn man sieht sich mit Unsicherheiten konfrontiert, die nur mit einem entsprechenden Zeitaufwand zu beseitigen sind.
Unsicherheit Nr. 1: Vor allem die Fragen „Wie viel Aufwand muss ich für meine Facebook-Präsenz einsetzen?“, „Was bringt es uns wirklich?“ und „Finden wir dort auch unsere Zielgruppe?“ stehen dabei im Mittelpunkt.
Meist fehlen in einem kleinen Unternehmen die entsprechenden Ressourcen, die sich mit den Eigenheiten von Social Media intensiv beschäftigen und letztendlich eine Strategie für den Facebook-Auftritt erstellen können.
Unsicherheit Nr. 2: Bei Firmengrößen um die fünf bis zehn Mitarbeiter ist schwer, eine oder zwei Arbeitskräfte auch für die Betreuung des Facebook-Accounts einzusetzen.
Unsicherheit Nr. 3: Außerdem fehlt oft ein Plan oder eine Zielsetzung, was man als Unternehmen auf Facebook überhaupt erreichen will, wie z. B. die Kundenbetreuung verbessern, Produktneuheiten vorstellen, an seinem Image arbeiten usw. Einfach nur Statements auf der Pinnwand schreiben, bringt mit Sicherheit nicht viel.
Unsicherheit Nr.4: Wie verhalte ich mich als Unternehmen auf Facebook? User verlangen einen offenen und transparenten Dialog mit dem Unternehmen. Doch viele befürchten, dabei Geheimnisse preisgeben zu müssen. Was allerdings niemand wirklich erwartet. Verlangt wird hauptsächlich eine Kommunikation auf Augenhöhe.
Wer als Unternehmen allerdings den Kontakt zu seinen Kunden sucht und beispielsweise wissen will, ob er auch wirklich die passenden Produkte für den Endverbraucher herstellt, oder sich zum Ziel gesetzt hat, die Kundenkommunikation zu intensivieren, der sollte sich eine Strategie für seine Facebook-Seite zurechtlegen und mit Engagement in die Social-Media-Welt einsteigen.

Nichts überstürzen und für den offenen Dialog bereit sein
Denn da die Web-2.0-Aktivitäten von Endverbrauchern immer größer werden und viele potenzielle Kunden auf Verbraucherkritik in den Netzwerken reagieren, hat man als Unternehmen hier ein Werkzeug in der Hand, das man in seiner Wirkung nicht unterschätzen sollte. So können Sie z. B. als Hersteller bestimmter Produkte auf negative Statements von Usern zu Ihren Produkten angemessen reagieren und Verbesserungsvorschläge ihrer Facebook-Fans auch bei der Produktverbesserung mit einbringen.
Wichtig ist vor allem, dass Sie zunächst nicht allzu viel von Facebook oder anderen Social Media erwarten und sich einen zu schnellen Erfolg versprechen. Es braucht eine gewisse Zeit, regelmäßiges Engagement und einen ausgeklügelten Plan, um einen spürbaren Erfolg auf Social Media zu verzeichnen.
Rechnen Sie mit einem Zeitaufwand von einer halben bis ganzen Stunde pro Tag für Facebook in einem kleinen Unternehmen. Denn schließlich sollte man neue Einträge auf der Pinnwand immer im Auge haben und auch selbst ein bis zwei Meldungen täglich einstellen – ganz nach dem Motto „Nur wer schreibt, der bleibt.“
Zum Schluss noch etwas zum Return-on-Investment. Lässt sich wirklich in harten Zahlen ermitteln, ob das rege Engagement auf Facebook etwas einbringt? Viele Experten verneinen, dass man tatsächlich feststellen kann, ob Verkäufe wegen bestimmter Social-Media-Aktivitäten zu- oder abnehmen. Spürbar ist aber eine zunehmende Resonanz, wenn Aktionen wie Gewinnspiele oder Verlosungen durchgeführt werden. Daher sollte man sich als Unternehmen auch einmal solche Marketingstrategien auf Facebook durch den Kopf gehen lassen.


Hallo,
Wir sind ein sehr kleines Unternehmen und machen uns gerade auch viele Gedanken rund um Social Media. das Problem, dass ich dabei sehe ist nicht nur die fehlenden Ressourcen und Fehlen einer klaren Strategie, sondern allgemeine Bedenken, wie kritiklos und reflexartig alle scheinbar auf den “Social Media Zug” aufspringen. Vielleicht ist es ja auch nur eine “Berufskrankheit” von mir, da ich persönlich aus einer sozialwissenschaftlichen Richtung komme und daher etwas allergisch auf alle Modetrends reagiere. (mit Ausnahme von IPad – meinem Lieblingspielzeug
ich möchte als erstes verstehen, was eigentlich hinter dem “Social Media Hype” steckt. Was bedeutet es eigentlich für unsere Kommunikation? Ich finde viele Netzwerke für private Kommunikation und Austausch durchaus praktisch und nutze diese auch – aber ich sehe dort nicht gerne Werbung, da ich diese Netzwerke als virtuelle Erweiterung meines privaten Raumes verstehe. Und so geht es vielen Nutzern. Und da kommen wir schon zum problematischen Teil. Die Philosophie von Social Media Marketing- Gurus scheint so simpel wie einleuchtend, zumindest auf den ersten Blick: “500 Millionen Nutzer können sich nicht irren”. Aber wenn man etwas weiterdenkt, wird man irgendwann feststellen, dass dies überhaupt kein Argument ist, sondern lediglich ein simpel gestrickter Manipulationsversuch. Diese Gurus reden zwar von Dialog und Kommunikation, wollen aber letztendlich auch nur Ihre Dienstleistungen und Beratungen verkaufen, die sich meistens ja ausschliesslich um Social Media drehen. Das die Menschen im Netz zunehmend medial überfordert sind und eine immer kürzere Aufmerksamkeitsspanne haben, ignorieren sie einfach. Dann machen sie die Werbebanner halt noch größer/bunter/lauter. Wie gesagt, wir sehen den Hype um Social Media sehr kritisch und müssen uns überlegen, ob und wieweit es für unser kleines Unternehmen überhaupt Sinn macht…