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Neuer Datenschutz-Ärger um Social Plugins

Schon seit einigen Wochen schwelt es ja in der Datenschutzszene vor allem wegen der Datenkrake Facebook und dem damit nicht ordnungsgemäßen Datenschutz in den sozialen Netzwerken.

Schon in diesem Sommer hatte das ULD (Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein) in einer Pressemitteilung formuliert, dass Facebook mit der Weitergabe von Daten seiner Mitglieder rechtswidrig handele, weil den Facebook-Usern keine Möglichkeit gegeben werde, Widerspruch dagegen einzulegen.

Der Einsatz solcher Buttons bzw. Plugins ist aus Sicht des ULD rechtswidrig, und nicht nur das, auch Fanpages werden von dem Landeszentrum als nicht datenschutzkonform angesehen. Die ULD forderte daher alle Website-Besitzer aus Schleswig-Holstein auf, bis Ende September 2011 alle Facebook-Plugins und -Buttons von ihren Websites zu entfernen und auch die Fanpages stillzulegen.

Danach sollten auch Bußgelder bis zur Höhe von 50.000 Euro fällig werden können. Da dies zunächst nur für das Bundesland Schleswig-Holstein galt, hatte ich mir darüber noch kein allzu großes Kopfzerbrechen gemacht.

Jetzt geht es wieder weiter im Streit um Facebook und den anderen Social Networks. Im Mittelpunkt stehen diesmal die hauseigenen Social Plugins der sozialen Netzwerke, die auf sehr vielen Blogs und Websites eingesetzt werden.

Social Plugins damit auch rechtswidrig?

Viele Blog- und Websites-Betreiber haben auf ihren Seiten eingebundene Social-Media-Buttons, auch ich, bzw. hatte ich, denn die Buttons von Facebook und Co. habe ich gestern alle entfernt. Warum, das werde ich gleich noch erläutern.

Der Grund für das Entfernen sind unschöne Neuigkeiten. Der Düsseldorfer Kreis, ein Zusammenschluss von deutschen Datenschutz-Aufsichtsbehörden, hat Anfang Dezember eine Stellungnahme zu den sozialen Netzwerken herausgebracht, worin er sich zu den hauseigenen Social Plugins (die Buttons von Facebook, Google+, Twitter usw. in Blog und Websites einbinden) in der Art und Weise äußert, dass deren Einbindung auf Blogs und Websites unzulässig sei, weil dadurch eine Datenübertragung an den jeweiligen Anbieter des Social Plugins ausgelöst werde, ohne dass die User hinreichend darüber informiert würden und sie keine Möglichkeit hätten, die Datenübertragung zu verhindern.

Diese Stellungnahme sagt also aus, dass alle Tweet- und Like-Buttons von Social Plugins rechtlich nicht zulässig sind, da sie schon Daten erheben, auch wenn man als User noch nicht auf sie geklickt hat. Der Website-Betreiber ist somit verpflichtet, die User über die Datenspeicherung zu informieren, falls er auf die besagten Social Networks verlinkt.

Auch die Kanzlei Dr. Bahr geht auf diese Stellungnahme des Düsseldorfer Kreises ein, Sie können dies in dem Artikel „Düsseldorfer Kreis: Like-Button von Facebook & Co. datenschutzwidrig“ nachlesen.

Das heißt aber auch, dass die ganzen Datenschutzerklärungen zum Einsatz von Facebook-Buttons und -plugins nicht ausreichen, weil diese Plugins ja schon Daten abgreifen, sobald der User die Website besucht und nicht erst, wenn er die entsprechenden Buttons drückt.

Social Plugins auf meinen Blogs und Websites entfernt

Diese Unsicherheiten – auch was die Abmahnmöglichkeiten angeht – reichen mir mittlerweile. Sollten diese Plugins wirklich schon beim Website-Besuch Userdaten abgreifen, finde ich das selbst nicht gut.

Ich bin mal gespannt, ob die großen mächtigen Netzwerke wie Google+, Facebook und Co. irgendetwas  dagegen unternehmen werden. Wahrscheinlich wird aber nichts geschehen, es sei denn, der Druck wird auf sie erhöht, in welcher Form auch immer. Bis dahin bleibt einem nichts anderes übrig, als die Social Plugins auf seinen Seiten zu entfernen und sich eventuell eigene Buttons zu bauen und die mit einem Link zu den entsprechenden Networks zu versehen.

Ich jedenfalls habe meine Social Plugins von meinen Seiten entfernt. Dieses Hin und Her kann einen schon nerven, zumal man nicht weiß, ob auch teure Abmahnungen drohen oder ob diese Sache etwas lässiger gehandhabt wird.

Um unnötigen Ärger zu vermeiden, kann ich nur jedem empfehlen, sich auf die vorerst sichere Seite zu begeben und seine Facebook-, Twitter- und Google+-Buttons, die mithilfe von Plugins in die Seite integriert werden, zu entfernen.

Ich werde dieses Thema weiter beobachten und bin mal gespannt, wie es auch mit den Facebook Fanpages weitergeht. Die werden von den Datenschützern ja auch als rechtswidrig eingestuft.

Ein Kommentar

  1. […] über diese Social Plugins gab es ja schon einige datenschutzrechtliche Diskussionen. So hatte der Düsseldorfer Kreis, eine Vereinigung von deutschen Datenschutz-Aufsichtsbehörden […]

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