Im Jahr 2003 Ende Mai wurde die kostenlose Blogsoftware WordPress von Matt Mullenweg ins Leben gerufen. Das ist nun bald acht Jahre her und die Erfolgsstory, die WordPress seitdem durchlebt hat, ist wirklich beeindruckend.

Allein die aktuelle DE-Version 3.1.2, die erst seit ein paar Tagen verfügbar ist, wurde bisher fast 1,1 Millionen Mal heruntergeladen.

Am Anfang nur als reines Blog-Content-Management-System konzipiert, wird die Software immer mehr für Nicht-Blog-Seiten verwendet, d. h. auch für Business-Webauftritte unterschiedlicher Art.

Was sind die Vorzüge von WordPress?

1. Kinderleicht zu bedienen
Die Verwaltungsoberfläche von WordPress ist auch für jeden Einsteiger oder Anfänger sehr übersichtlich und sehr schnell zu erlernen. Kaum ein anderes Content-Management-System mit einer solchen Funktionen-Vielfalt  lässt sich so leicht bedienen.

Plugins, die unzähligen Erweiterungen für WordPress sind ruckzuck installiert und aktiviert. Und das System läuft sehr stabil, auch bei Tausenden von Blogbeiträgen in der Datenbank.

2. Unzählige großartige Templates für WordPress
Man kann die Premium-Templates oder -Themes (so heißen die Websites-Layouts bei WordPress) schon gar nicht mehr zählen, die es weltweit gibt. Und viele sind grafisch so beeindruckend, dass es sich für kleinere Webdesigner schon fast gar nicht mehr lohnt, eigene Layouts zu erstellen. Effektiver und schneller ist es, ein grafisch ansprechendes Theme zu kaufen und es etwas umzugestalten, wie beispielsweise in der Farbstellung oder die Theme-Sprache ins Deutsche zu übersetzen.

Neben den unzähligen Premium-Themes (d.h. kostenpflichtige WordPress-Themes), von denen schon viele für gerade mal 30 $ zu haben sind, gibt es ebenfalls Tausende von kostenlosen Layouts, von denen einige zumindest für private Zwecke sehr gut zu gebrauchen sind.

3. Suchmaschinenfreundliches CMS
Für WordPress gibt es mehrere SEO-Plugins, mit denen Sie die OnPage-Suchmaschinenoptimierung für Ihren Blog oder Ihre Website forcieren können. Diese technische Ausrüstung bringen „normal“ erstellte Websites nun mal nicht mit. Und nicht nur mit SEO-Plugins können Sie Ihre Website nach vorne bringen, im WordPress-Universum schwirren noch ganz andere Plugins herum, die ebenfalls für optimale SEO (Suchmaschinenoptimierung) sorgen.

Sie können es ja selbst testen, wie schnell ein neuer Beitrag in einem WordPress-Blog von Google indexiert wird. Wenn Sie einen Artikel freigeschaltet haben, sollten Sie ihn normalerweise ein paar Minuten später schon in den entsprechenden Suchergebnissen bei Google vorfinden. Schneller geht es wirklich nicht mehr.

4. Leichtgewicht unter den CMS und trotzdem vollwertig
Bei aller Beliebtheit von WordPress: Es gibt auch genug kritische Stimmen gegenüber WordPress als CMS für Nicht-Blogs. Einmal wird da bemängelt, dass das System nicht schnell genug läuft und durch das Installieren von immer neuen Plugins das CMS noch langsamer wird. Außerdem vermissen viele Webdesigner ein Tool, mit dem man komplexe Navigationsbereiche und damit auch komplexe Webauftritte erstellen kann.

Das mag mit Sicherheit stimmen. Aber aus meiner Sicht gibt es ohnehin kein perfektes CMS. Mit WordPress sollte man keine riesigen Internetauftritte konzipieren, sondern kleine bis mittlere. Für die großen Websites gibt es dann das Content-Management-System Typo3, das für kleine Websites viel zu mächtig ist.

Es wird von Kritikern auch erwähnt, dass WordPress gegenüber einer reinen HTML- und PHP-Website ohne CMS im Hintergrund zu viel Speicherplatz belegt – unnötig aus ihrer Sicht. WordPress in der aktuellen Version umfasst noch nicht einmal 1000 Dateien und ist gut 11 MB groß. Mit dieser Datenmenge werden mittlerweile die meisten Webspaces mehr als fertig. Die meisten Provider bieten für ungefähr 5 Euro monatlich oft schon 5 GB Speicherplatz an, mehr als genügend für eine WordPress-Installation plus Theme plus zahlreichen Plugins.

Außerdem sollte noch erwähnt werden, dass die meisten Internetauftritte von kleiner und mittlerer Größe sind, vor allem Firmenseiten.

Auch die Blogfunktion in WordPress mag für einfache Online-Firmenauftritte unnötig sein. Andererseits lässt sich diese Funktionalität gut als News-Modul verwenden, was letztendlich immer wieder neuen Content auf die jeweilige Website bringt. Ohnehin wäre es empfehlenswert, wenn einige Unternehmen oder Firmen einen Blog führen würden, was nicht nur für die Suchmaschinenoptimierung von Vorteil wäre, sondern auch für die Unternehmenstransparenz und -kommunikation mit den Kunden.

5. Verschiedene Benutzerrollen
WordPress ermöglicht das Arbeiten mehrerer Personen an einer Website oder einem Blog. Sie können verschiedene User-Rollen und Nutzungsrechte vergeben, von dem allmächtigen Administrator über den Redakteur, Autor und Mitarbeiter bis hin zum Leser. Außerdem können Sie Ihre WordPress-Seite zur Community, Membership-Seite oder einem Forum aufrüsten.

6. Unzählige hochwertige und kostenlose Plugins
Für WordPress gibt es jede Menge sogenannter Plugins, was kleine Module sind, die die Funktionalität von WordPress erweitern oder bestimmte Abläufe automatisieren. Mittlerweile existieren weit über 13.000 kostenlose Plugins für die Software.

So gibt es Bildergalerie-Plugins, Slider-Plugins, Twitter- und Facebook-Plugins, Menü-Plugins, Affiliate-Plugins, Formular-Plugins, Backup-Plugins, Video-Plugins und noch viele viele andere. Ich selbst entdecke auch jede Woche mindestens zwei Plugins, die ich vorher noch nicht kannte.

7. Anbindung an Social Media wie Facebook oder Twitter
In vielen WordPress-Blogs sieht man Twitterbuttons oder eine Twitterbox mit den neuesten Tweets des Blogbetreibers oder auch Facebook-Fanboxes und -Like-Buttons. Auch diese Social-Media-Elemente lassen sich in einen WordPress-Blog sehr leicht integrieren.

8. Aktive Entwickler-Community
Die OpenSource-Software WordPress hat eine sehr aktive Entwickler-Gemeinde, die ständig an Verbesserungen sowie Erweiterungen des Systems selbst und an den Plugins arbeitet. So wird das CMS immer besser und auch die regelmäßig neu erscheinenden Themes passen sich den Neuerungen an.

Viele bekannte Websites und Blogs haben WordPress als Content-Management-System, so zum Beispiel der große amerikanische Social-Media- und Web-Blog Mashable oder das bekannte deutsche Online-Magazin t3n, das über Web 2.0, E-Commerce, Social Media, Webentwicklung und Internet-Startups berichtet.

Dass WordPress immer mehr auch für Nicht-Blogseiten eingesetzt wird, ist an der Design-Entwicklung vieler WordPress-Themes zu sehen. Gab es da noch vor ein paar Jahren hauptsächlich Templates für private und berufliche Blogs, so sieht man jetzt vermehrt Business-Themes, auf denen man sein geschäftliches Portfolio in tollen Slides präsentieren kann und auch weitere geschäftliche Themes wie für Restaurants, Hotels, Immobilienmakler, Dienstleister, Online-Shops usw. tauchen auf Premium-Themes-Verkaufseiten vermehrt auf.